
In diesem Geigenlehrwerk wurde in langjähriger Unterrichtstätigkeit ein neues Konzept entwickelt, das den klassischen Violinunterricht erweitern möchte.
Grundlegende Lerninhalte wie die Bogentechnik werden auf eine Einbettung in das Verständnis des Taktsystems bezogen. Der Griffaufbau erfolgt nach den Tonabständen der Stammtöne der Tonart C-Dur. Die Inhalte werden kindgerecht Schritt für Schritt mit der Fähigkeit entwickelt, zu erkennen und umzusetzen. Hierbei können die Kinder „wissend“ am eigenen Lernprozess teilnehmen, je nachdem, wie stark die Lernschritte bewusst gemacht und vertieft werden.
Trotz eines fortlaufenden Aufbaus im Schwierigkeitsgrad sind die Inhalte klar in flexible Einheiten strukturiert und eignen sich auch für den Gruppenunterricht oder erwachsene Anfänger. Für ältere Lerner wie auch Kinder bietet das Lehrwerk im ersten Band einen angenehm lesbaren Notendruck.

Zum flexiblen Gebrauch der Inhalte der Violinschule möchte ich als Motto dieses Zitat von Carl Flesch voranstellen, der an der Hochschule der Künste in Berlin von 1928-34 lehrte:
„…Ich beabsichtige damit bloß die festgefügte praktisch-erprobte Form, jedoch nicht eine starre unelastische Übungsart zu bezeichnen, die dem Wesen echter künstlerischer Freiheit stets entgegengesetzt ist. In der Kunst ist bloß ein einziges System gestattet: Systemlosigkeit.“
aus seinem Vorwort zu Das Skalensystem, 1953, Verlag von Ries und Erler, Berlin, ein Anhang zum 1. Band „Die Kunst des Violinspiels“