Entstehung und Konzept

In meiner langjährigen Arbeit als Geigenlehrerin entstand das Bedürfnis nach einer Geigenschule, die zu geigentechnischen Anforderungen auch ein kombiniert fortschreitendes Angebot zu den Bereichen Rhythmusverständnis und Notenlesen macht. In vielen Ländern werden Gehör, Takt-und Notensicherheit im Solfège-Unterricht ausgebildet. Dieser wird parallel zur Instrumentalausbildung pflichtweise in einer weiteren Unterrichtstunde pro Woche durchgeführt.

Damit Kinder grundsätzlich einen bewussten Zugang zu diesem nötigen Wissen erhalten, habe ich den didaktischen Weg der Violinschule mit einem schlauen Fuchs als Symbolfigur erprobt und als Lehrwerk verfasst.

Hierin werden zur Unterstützung des Geigenunterrichts Erklärungen zum Taktsystem beigefügt. Schwerpunkte und Notenwerte werden dann in Beziehung zu der Bogeneinteilung gesetzt. Eine Herausforderung der Bogenführung liegt darin, die Striche so zu organisieren, dass die Melodie gut spielbar ist und auch Schwerpunkte oder bestimmte Stellen betont werden können. Hierfür sind stets neue, kleine Herausforderungen in den Spielstücken verborgen, die bewältigt werden müssen. Dabei beweisen die Kinder stets, dass sie selbst kleine schaue Füchse sind.

Im eigenen Unterricht lasse ich die Kinder die Problemstellen selbst benennen und in eigene Worte fassen. Zur Auflösung zeige ich eine oder mehrere Möglichkeiten auf, die die SchülerInnen selbst erproben und einsetzen können – natürlich auf dem Niveau ihrer Altersstufe.

Erfahrungen zum Ausbilden der Stammtongriffe

Das Vorgehen, die linke Hand anhand der Stammtonintervalle auszubilden, hat sich in meinem Unterricht als guter, praktikabler Weg etabliert. Einige Kinder übernehmen für jede Saite die entsprechenden Greifabstände wie eine Griffart – so wie dies in der herkömmlichen Methode üblich ist, welche nur mit der sog. ersten Griffart beginnt. Bei den Stammtönen ergeben sich daraus drei Griffarten anstelle von einer.

Andere Schüler und Schülerinnen entwickeln von Beginn an ein Verständnis für das Fortlaufen der Tonhöhen bei den Saitenübergängen, sobald diese stattfinden oder mitgedacht werden. Sie denken von den Griffarten unabhängiger.

Dies hängt von der Vorbildung, dem Interesse oder der Begabung der Lernenden ab. Daher kann jedes Kind bei seinem Lernweg sein eigenes Tempo finden und macht dennoch stets kleine Fortschritte.

Danksagungen

Ich danke dem Verleger, Herrn Kratzat, für die Geduld, die Akribigkeit und die Umsetzung der Geigenschule wie die professionelle Unterstützung, der Zeichnerin Anja Rheims für ihre humorvollen und stimmungsgebenden Zeichnungen und dem Fotografen Manfred Pollert für die ausgewogenen Fotos.

Bei der inhaltlichen Entwicklung und der Sorge für die Einhaltung meines Vorhabens war mein Mann, Jean Berlescu, selbst Berufsgeiger, sehr stützend und helfend. Meine Mutter Elke Thun half bei der äußeren Ausarbeitung und rundete das Konzept durch gestalterische Ideen wie den kleinen Fuchs ab.